Häufige Fragen

1. Was bedeutet Demenz?

Demenz ist keine eigenständige Krankheit, sondern beschreibt Symptome, die bei unterschiedlichen Formen der Demenz auftreten können. Das Gedächtnis, das Denken und andere Funktionen des Gehirns sind dauerhaft eingeschränkt und verlieren mit der Zeit immer mehr an Leistungskraft. Häufig kommt es zu Verhaltensänderungen bei der betroffenen Person, besonders im Verhalten mit Mitmenschen. Die Demenz hat verschiedene Ursachen, die häufigste ist die Demenz vom Alzheimer -Typ.

2. Welche Formen der Demenz gibt es?

Das Demenz-Syndrom kann unter anderem durch Erkrankungen, wie die Alzheimer-Demenz, die Frontotemporale Demenz oder die Lewy-Körperchen-Demenz ausgelöst werden. Die Demenz vom Alzheimer-Typ ist jedoch die häufigste Form, sie verursacht eine Degeneration der Nervenzellen und Nervenbahnen. Zusätzlich kommt es zu einer Ablagerung von Eiweiß im Gehirn. Bei einer Frontotemporalen Demenz kommt es zu Nervenschädigungen des Stirnlappens im Gehirn. Die Gedächtnisleistung und das Orientierungsvermögen sind kaum eingeschränkt. Auffällig sind hier eine starke Persönlichkeitsveränderung, eine Antriebsminderung und ein stark eingeschränktes Sprachvermögen. Die Lewy-Körperchen-Demenz führt zu Veränderungen in den Nervenzellen, welche Halluzinationen und ein verändertes Gangbild, ähnlich dem Parkinson-Syndrom, hervorrufen.

3 . Wie kann ich vorbeugen?

Eine Demenz-Erkrankung kann jeden Menschen treffen. Die Wahrscheinlichkeit zu erkranken, steigt mit dem Alter. Am häufigsten tritt sie nach dem 80. Lebensjahr auf. Durch ein aktives Leben, sowohl geistig, wie auch körperlich und sozial, kann eine gewisse Vorsorge getroffen werden. Eine gesunde, fettarme Ernährung kann ebenfalls schützen.

4. Wie wird Demenz behandelt?

Medikamente (Antidementiva), die die Verluste des Gedächtnisses und der Denkfähigkeit hinauszögern können, sind vorhanden. Heilbar ist eine Demenz jedoch nicht. Ergotherapie, Logopädie, Krankengymnastik sowie aktivierende Betreuungsangebote können unterstützend durchgeführt werden und die Lebensqualität des Erkranten verbessern.. Weitere Möglichkeiten bieten zum Beispiel Verhaltenstherapie, Erinnerungstherapie und Selbst-Erhaltungs-Therapie.

5. Bin ich schon dement?

Der Unterschied zwischen einer Demenz und einer normalen altersbedingten Vergesslichkeit ist, dass bei Letzterem der Alltag weitestgehend so abläuft wie bisher. Das Denkvermögen, die sprachlichen Fähigkeiten und die Orientierung zu Zeit und Ort sind nicht gestört. Wenn Sie trotzdem unsicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder sprechen mit einer Fachstelle.

6. Wie sollte der Umgang mit dem Demenz-Kranken sein?

Kurze, klare Sätze helfen dem Erkrankten, sein Gegenüber zu verstehen. Anweisungen sollten so konkret wie möglich sein. Wichtig ist, dass dem Erkrankten Zeit gegeben wird, die richtigen Worte zu finden. Informationen müssen gegebenenfalls regelmäßig wiederholt werden. Gleichzeitige Berührung und Blickkontakt können unterstützend eingesetzt werden. Versteht der Demenz-Kranke nicht, worüber geredet wird oder fühlt er sich überfordert, kann dies zu aggressivem Verhalten führen. Es hat keinen Sinn, über die Realität zu diskutieren. Der Erkrankte hat seine eigene Wahrheit und es würden unnötige Konflikte entstehen.

7. Wie kann ich die Umgebung anpassen?

Die Umgebung sollte klar strukturiert und für den erkrankten überschaubar und gut beleuchtet sein. Dunkle Ecken im Zimmer können zu Sinnestäuschungen beitragen und die Sturzgefahr erhöhen. Die Umgebung sollte nicht stark verändert werden, sodass eine bekannte Ordnung der Dinge im Raum erhalten bleibt. Hinweisschilder mit Symbolen können als Hilfe dienen, damit sich der Demenz-Kranke besser zurechtfindet. Klare Tagesstrukturen und Rituale helfen ebenfalls bei der Orientierung zu Zeit und Raum.

8. Welche Beschäftigung ist sinnvoll?

Es ist wichtig, dass der Demenz-Kranke das Gefühl hat, eine Aufgabe geschafft zu haben, auch wenn sie nicht perfekt ist. Eine spielerische Beschäftigung, die kein bestimmtes Ziel verfolgt, ist sinnvoll. Häufig sind kurze Beschäftigungen ausreichend, da die Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt ist. Als Beschäftigung können bekannte Dinge aus dem Alltag dienen, wie Aufgaben in der Küche oder im Haus, die den Erkrankten nicht überfordern. Weitere Beispiele sind das Vorlesen von bekannten Geschichten, Familienfotos anschauen, bekannte Lieder singen oder Spiele spielen. Neue Aufgaben vermitteln zu wollen, sollte möglichst vermieden werden, damit es nicht zu einer Überforderung kommt. Eine angepasste aktive Beschäftigung während des Tages, kann zu einer geregelten Nachtruhe beitragen.

9. Welche Verhaltensweisen können bei Demenz auftreten?

Häufige Verhaltensauffälligkeiten sind Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus, Unruhe, Misstrauen und Feindseligkeit gegenüber anderen Menschen. Häufig kommt es zu einer erhöhten verbalen oder körperlichen Aggressivität gegenüber den Angehörigen bzw. den pflegenden Personen. Veränderungen der Stimmung können sehr schnell auftreten und sind ein typisches Symptom von Demenz. Hier ist Ruhe bewahren angebracht und einem Streit sollte aus dem Weg gegangen werden. Durch Ablenkung auf andere Dinge kann die Situation positiv verändert werden. Menschen mit Demenz leiden zudem häufig an Sinnestäuschungen. Sie sehen, riechen oder hören etwas, das in der Realität nicht da ist. Sehr oft treten wahnhafte Vorstellungen auf, wie die Überzeugung bestohlen worden zu sein oder Personen aus dem Fernsehen werden für real gehalten. Zu Verkennungen der Wirklichkeit kommt es ebenfalls sehr häufig. Nahestehende Menschen werden nicht mehr erkannt oder sie erkennen ihr eigenes Spiegelbild nicht mehr. Bei Schlafstörungen und nächtlichem Umherwandern ist eine Sicherung der Umgebung sinnvoll, durch z.B. Treppengitter oder das Wegräumen von Teppichen. Die Küche sollte nachts abgeschlossen werden, um Unfälle oder Brände zu vermeiden. Koffeinhaltige Getränke und starke Reize, wie eine laute Umgebung, sollten zum Abend hin ebenfalls vermieden werden. Falls der Demenz-Kranke das Haus verlässt, kann ein Armband mit Namen, Adresse und Telefonnummer helfen, Angehörige des Betroffenen zu kontaktieren. Häufig hat das Umherwandern einen Grund, wie etwa den Eindruck am falschen Ort zu sein, Unwohlsein oder Langeweile.

10. Was ist eine rechtliche Betreuung?

Ein rechtlicher Betreuer wird vom Vormundschaftsgericht bestellt, wenn ein Mensch durch eine psychische, körperliche oder geistige Behinderung seine Angelegenheiten nicht selbstständig erledigen kann. Die Notwendigkeit einer Betreuung wird durch einen Sachverständigen ermittelt. Der Betreuer hat die Aufgabe den erkrankten Menschen in dem ihm übertragenden Wirkungskreis zu vertreten. Dies können Wohnungssuche, Behördengänge oder Begleitung zu Arztterminen sein. Lässt sich im Umfeld des Erkrankten keine Person finden, die dieses Amt übernimmt, werden gesetzliche oder ehrenamtliche Betreuer eingesetzt.

11. Was ist eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuungsverfügung?

Im Falle der Vorsorgevollmacht legt der Betroffene schon vorab fest, wer gegebenenfalls bevollmächtigt sein soll stellvertretend für ihn zu handeln. Hier besteht die Möglichkeit Personen, die einem bekannt und vertraut sind, diese Aufgabe zu übertragen. Es kann festgelegt werden, welche Aufgaben der Bevollmächtigte übernehmen soll, und sie kann widerrufen werden. Die Betreuungsverfügung bestimmt schon vorab, wer später, falls nötig, vom Vormundschaftsgericht als Betreuer eingesetzt werden soll. Hier besteht die Möglichkeit, festzulegen, wie das spätere Leben gestaltet sein soll. Eine rechtliche Vertretung kann nur durchgeführt werden, wenn eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuungsverfügung vorliegt oder ein rechtlicher Betreuer bestellt wurde.

12. Wie stellt der Arzt eine Demenz fest?

Das Gedächtnis, die Wahrnehmung, das Denkvermögen und die Sprache des Patienten werden durch psychologische Tests untersucht. Besonders wichtig ist das Anamnese-Gespräch mit den Betroffenen und ihren Angehörigen. Neben der körperlichen Untersuchung werden Laborwerte bestimmt. Bildgebende Untersuchungsmethoden wie die Computer-Tomographie oder die Magnet-Resonanz-Tomographie werden eingesetzt, um eine verminderte Gehirnaktivität sichtbar zu machen. Im frühen Stadium ist dies jedoch nicht immer möglich. Durch eine Untersuchung des Nervenwassers (Lumbalpunktion), ist es möglich, Eiweiße, die für eine Alzheimer-Demenz sprechen, zu entdecken.

13. Welche Möglichkeiten der Betreuung und Versorgung gibt es?

Ein Großteil der Menschen mit Demenz wird von seinen Angehörigen versorgt. Häufig werden diese von ambulanten Pflegediensten in der Versorgung unterstützt. Eine Betreuung kann durch eine Tagespflegeeinrichtung, in der die Erkrankten tagsüber versorgt werden, stattfinden. Betreuungsgruppen sind eine weitere Möglichkeit, den Demenz-Kranken während des Tages für eine kurze Zeit betreuen zu lassen. Dies führt zu einer aktiven Tagesgestaltung und bietet dem pflegenden Angehörigen etwas Zeit für sich. Die Möglichkeit der Kurzzeitpflege in einer Einrichtung nach Wahl besteht, falls der pflegende Angehörige die Versorgung vorübergehend nicht leisten kann, aus Gründen wie Urlaub oder eigene Krankheit. Ist eine Betreuung im häuslichen Umfeld nicht mehr möglich, kann eine ambulant betreute Wohngemeinschaft oder eine Pflegeeinrichtung infrage kommen.

14. Zahlt die Pflegeversicherung bei Demenz?

Benötigt ein Mensch mit Demenz permanent Hilfe im Alltag und Betreuung, hat er Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung. Diese Leistungen werden bei der Pflegekasse durch den Erkrankten selbst oder seinen gesetzlichen Vertreter beantragt. Die zuständige Pflegekasse richtet sich nach der Krankenkasse des Versicherten. Die Leistungen werden nach dem zeitlichen Aufwand für Körperpflege, Ernährung, Transport und hauswirtschaftliche Dienste berechnet. Zusätzlich können Leistungen für z. B. niedrigschwellige Angebote wie die Teilnahme an Betreuungsgruppen oder zur Entlastung im Haushalt gezahlt werden.

15. Wie erkenne ich eine Depression im Alter?

Im Allgemeinen ist eine Depression eine Störung der Gefühlswelt, die hauptsächlich mit Freudlosigkeit, Bedrücktheit, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit einhergeht. Bei der Altersdepression stehen anfänglich häufig körperliche Beschwerden im Vordergrund und die Stimmungsveränderung verläuft schleichend. Körperliche Symptome können sein: Kopf- und Rückenschmerzen, Schwindelanfälle und Magen-Darm-Probleme. Die Altersdepression ist neben der Demenz die häufigste psychische Erkrankung im Alter. Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. So wird angenommen, dass der Wechsel in das Rentendasein oder der Auszug der Kinder aus dem Elternhaus Auslöser sein können. Weitere Risikofaktoren sind das Erkennen einer verminderten geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit oder der Verlust nahestehender Menschen, der mit steigendem Alter ebenfalls wahrscheinlicher wird.

16. Wie erkenne ich eine Angststörung im Alter?

Ist das Gefühl der Angst, das im Grunde ganz natürlich ist, gesteigert und beeinträchtigt es den Alltag, wird von einer Störung gesprochen. Angststörungen im Alter zeigen häufig andere Symptome als in jüngeren Jahren. Ähnlich wie bei der Demenz, zeigen sich die Anzeichen einer Angststörung im Alter sehr häufig durch körperliche Symptome. Dies können Schmerzen, Schwindel, Atemnot, Schlafstörungen oder Beklemmungsgefühle sein. Häufig nehmen ältere Menschen ihre Ängste als Alterungsprozess hin und sprechen nicht über sie. Ängste können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. So kann es zu einer Angst vor dem Alleinsein, vor der Zukunft, sozialen Situationen oder einem Sturz kommen. Oft treten Angststörungen im Alter zusammen mit Demenz oder Depression auf.

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