Hans Golmann Geschäftsführer des ambet e.V., Salzgitters Oberbürgermeister Helmut Knebel sowie Architekt Antti Ahola bei der Grundsteinlegung
Oberbürgermeister Helmut Knebel und Hans Golmann Geschäftsführer des ambet e.V.
Volle Kelle: Oberbürgermeister Helmut Knebel (von links), Architekt Antti Ahola und Ambet-Geschäftsführer Hans Golmann legen den Grundstein für das Pflegeheim; Foto: Andreas Schweiger

Die Grundsteinlegung

Zeitungsartikel aus der Salzgitter-Zeitung vom 31.08.2006 zur Grundsteinlegung

Für jeden Bewohner ein Mitarbeiter

Braunschweiger Verein ambet errichtet in Lebenstedt Pflegeheim für psychisch kranke Senioren

LEBENSTEDT. Für 5,5 Millionen Euro baut der Braunschweiger Verein Ambet in Lebenstedt ein Pflegeheim für psychisch kranke Senioren. Oberbürgermeister Helmut Knebel, Ambet-Geschäftsführer Hans Golmann und Architekt Antti Ahola legten gestern den Grundstein.

An der Kattowitzer Straße in Lebenstedt, wo bis vor kurzem noch ein Hochhaus mit Mietwohnungen gestanden hat, soll bis Juli 2007 das dreigeschossige gerontopsychiatrische Pflegeheim errichtet werden. Es bietet auf 3400 Quadratmetern 77 Menschen Platz, die zum größten Teil an Demenz leiden, Depressionen oder Wahnvorstellungen haben oder suchtkrank sind.

Durch den Bau des Heims entstehen 70 Arbeitsplätze. Derzeit beschäftigt Ambet 130 Menschen. Gemeinsam mit der Arge bietet Ambet nach Angaben Golmanns eine Qualifizierung für Arbeitslose zu „Alltagsbegleitern in der Demenz“ an, die sehr gut angenommen werde. Der Geschäftsführer würdigte, dass die Stadt die Planungen des Vereins tatkräftig unterstützt habe. Seit 2003 betreibt Ambet in Braunschweig bereits eine vergleichbare Einrichtung, die unter anderem mit Geldern aus der Aktion „Leser helfen“ unserer Zeitung finanziert wurde. Dort werden 35 Senioren betreut. Für den Bau eines doppelt so großen Heims in Salzgitter entschied sich der Verein, weil der Bedarf in der Stadt besonders groß sei und noch weiter steigen werde, sagte Golmann in einem Pressegespräch.

Oberbürgermeister Helmut Knebel präzisierte: 25 Prozent der Bevölkerung in Salzgitter seien bereits älter als 60 Jahre. Bis 2030 werde ihr Anteil auf 37 bis 38 Prozent steigen. Schon jetzt sei Salzgitter dem Bundestrend in der Überalterung der Bevölkerung um 15 Jahre voraus.

Golmann berichtete, dass die Wahrscheinlichkeit, psychisch zu erkranken, mit dem Alter steige. Ein Viertel der 80-Jährigen leide an Demenz, bei den 90-Jährigen seien es bereits 40 Prozent.

In dem neuen Pflegeheim werden die meisten Bewohner in Wohngruppen untergebracht, in denen 10 bis 14 Menschen leben. Dort verbringen sie die meiste Zeit in Gemeinschaftsräumen. Zudem stehen Einzelzimmer zur Verfügung, die mit eigenen Möbeln eingerichtet werden können. Die Bewohner sollen sich an der Hausarbeit wie Kochen oder Wäschezusammenlegen beteiligen können. Golmann: „So wird der Alltag zur Therapie.“

Weil Demente einen ausgeprägten Bewegungsdrang hätten, sei das Haus offen und biete genügend Bewegungsmöglichkeiten, erläuterte der Geschäftsführer. Außerdem könnten die Bewohner ungehindert in den Garten gelangen. Auf eine gemeinsame Unterbringung von kranken und gesunden Senioren verzichte Ambet, weil die psychisch Kranken so besser betreut werden könnten.