Kurzkonzept - Haus Auguste

In der demografischen Entwicklung der Bevölkerung wird in den nächsten Jahren ein dramatischer Anstieg des Anteiles von dementiell erkrankten Menschen erwartet. Schon heute leben in Deutschland etwa 1,2 Millionen Menschen mit einer unheilbaren Demenz.

Pflegende Angehörige, die heute in der häuslichen Umgebung etwa 75% der Betreuungsleistung übernehmen, werden dies durch veränderte Familien- und Erwerbsstrukturen zukünftig vermutlich nicht mehr im gleichen Maße leisten können.

Es existieren zurzeit nur wenige, spezialisierte Einrichtungen für demente ältere Menschen. Ca. 50% der in den etwa 8 300 stationären Altenpflegeeinrichtungen in Deutschland lebenden BewohnerInnen sind an einer Demenz erkrankt.

Eigene, aber auch die Erfahrungen anderer Einrichtungen, sprechen für eine homogene Belegung eines solchen Hauses ausschließlich mit dementiell erkrankten Personen.

Fester Bestandteil des Konzeptes ist die Zusammenarbeit mit der gerontopsychiatrischen Beratungsstelle, der Alzheimer Gesellschaft sowie die Einbindung in die soziale Landschaft in Braunschweig.

Aufnahme der Bewohner

Voraussetzung ist eine dementielle Erkrankung unterschiedlicher Ursache sowie eine Einstufung nach dem Pflegeversicherungsgesetz. Im Mini-Mental-Status-Test dürfen max. 18 Punkte erreicht werden.

Betreuung

Im Vordergrund steht nicht das Erledigen und Abarbeiten von einzelnen Pflegetätigkeiten, sondern die Schaffung einer fördernden, geborgenheitsstiftenden, kommunikativen Atmosphäre. Dies wird erreicht durch:

  • Anwendung der Integrativen Validation mit milieutherapeutischem Ansatz, d.h. liebevolles, wertschätzendes, unterstützendes und bestätigendes Handeln über Sprache, Körpersprache und Betonung
  • die Beteiligung der BewohnerInnen an den hauswirtschaftlichen Tätigkeiten
  • einen Prozess des Begleitens, nicht des Korrigierens
  • den Alltag als Therapie.

Der lebensgeschichtliche Bezug und die emotionalen und sozialen Fähigkeiten der BewohnerInnen gelten als Ressource im Umgang mit ihnen. Kleinere Haustiere sind ausdrücklich erwünscht.

Tagesablauf

Das Tagesablaufangebot an die Bewohner wird u.a. durch die Mahlzeiten, individuellen Einzel- und Gruppenangeboten und durch Rituale (z.B. Singen) in den Wohngruppen bestimmt. Die BewohnerInnen bestimmen selber, wann sie aufstehen oder ins Bett gehen wollen.

Mitarbeiter

Grundlage ist die Heimpersonalverordnung. Weitere Voraussetzungen für die Arbeit im Dementenwohnhaus sind:

  • das „Sicheinlassenkönnen“ auf den Umgang mit dementen Menschen
  • Erfahrungen im Altenpflegebereich
  • die persönliche Haltung (zur Milieu- und Beziehungsgestaltung) den BewohnerInnen gegenüber
  • laufende Fortbildung für alle Mitarbeiter als feste Größe.

Es gibt eine Verpflichtung der Mitarbeiter auf das Pflegeverständnis (Konzept) und die Struktur (Aufbau- und Ablauforganisation) des Hauses.

Angehörige

Auf eine enge und langfristig angelegte Zusammenarbeit mit den Angehörigen als Experten ihrer Lebenssituation wird viel Wert gelegt. Beispiel dafür ist eine bebilderte Biografie, die vor dem Einzug aller BewohnerInnen erstellt wird und in der besondere Vorlieben und die Lebensgewohnheiten (Schlafenszeiten, Bekleidung, Ernährung, u.ä.) erfasst werden.

Qualitätssicherung

Zur Sicherung einer dauerhaften, nachvollziehbaren und transparenten Betreuungsleistung sind Maßnahmen zur Qualitätssicherung konzeptionell verankert.