Kurzkonzept – Ambulant Betreute Wohngruppen

Ziel der ambulant betreuten Wohngruppen ist es, Menschen mit psychosozialem und/oder pflegerischem Unterstützungsbedarf ein neues Zuhause in einer gemeinschaftlichen Wohnform anzubieten. Die Vorteile liegen darin, dass die Betreuungsfachkräfte von ambet den Mitgliedern einer Wohngruppe als Ansprechpartner für organisatorische und haushaltsbezogene Aufgaben zur Verfügung stehen und sich die Bewohner*innen - soweit möglich - auch gegenseitig Unterstützung geben können. So entsteht in einem überschaubaren Rahmen eine aktivierende und sicherheitsgebende Atmosphäre.

Ein wesentliches Anliegen ist es, die Selbstständigkeit und die Selbstbestimmung der Bewohner*innen zu unterstützen und zu fördern. Mithilfe und Mitverantwortung für einen gemeinsamen Haushalt sollen eine sinnvolle Aktivierung bewirken, die sich positiv auf den Gesundheitszustand der Wohngruppenmitglieder auswirken kann und ihnen (unter Umständen) Pflege erspart.

Personenkreis

Zielgruppe der ambulant betreuten Wohngruppen sind ältere Menschen ab ca. 60 Jahren mit einem psychosozialen und/oder somatischen Unterstützungsbedarf. Bei Einzug sollten die Wohngruppenmitglieder jedoch nicht schwer pflegebedürftig sein oder eine fortgeschrittene Demenzerkrankung haben.

Aufnahme der Bewohner*innen

Die Aufnahme in eine betreute Wohngruppe setzt eine Grundbereitschaft für das Leben in einer kleinen überschaubaren Gemeinschaft und die Akzeptanz eines gemeinschaftlichen Miteinanders voraus. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass sich die künftigen Bewohner*innen bewusst auf diese Lebensform einlassen. Jedes Mitglied steuert durch die eigenen Erfahrungen, Kenntnisse, Lebensweisheiten etwas zur Entwicklung der Wohngruppe bei. Dem Einzug in eine Wohngruppe geht eine intensive Kennenlernphase mit Gesprächen und Besuchen voraus. Die bisherigen Bewohner*innen werden bei der Auswahl ihrer neuen Mitbewohner*innen beteiligt.

Betreuung

Den Bewohner*innen steht ein festes Team aus Sozialpädagog*innen und hauswirtschaftlichen Kräften als kontinuierliche Ansprechpartner zur Verfügung.

Die Sozialpädagogische Fachkraft hat Sozialmanagement-Funktion in dem Sinne, dass sie verantwortlich ist für die individuellen und gruppenbezogenen Wünsche, Ansprüche und Notwendigkeiten der jeweiligen Wohngruppe mit ihren Bewohner*innen. Sie richtet ihre Hilfe sowohl an die/den einzelne*n Bewohner*in als auch an die Gruppe als Ganzes. Einige Tätigkeitsmerkmale:

  • Einzelgespräche mit Bewohner*innen bei persönlichen Anliegen
  • Regelmäßige Gruppengespräche für gemeinschaftliche Anliegen
  • Hilfe bei der Inanspruchnahme altersgerechter Dienste
  • Hilfe bei Behördenangelegenheiten und beim Schriftverkehr
  • Hilfe und Unterstützung bei Arztkontakten
  • Hilfe und Unterstützung bei der Tages- und Wochenplanung
  • Hilfe und Unterstützung bei der Organisation von Festen, Freizeitaktivitäten

Die Basisassistenzkraft für Haushalt und Gemeinschaft ist eine weitere zentrale Bezugsperson für die Bewohner*innen einer Wohngruppe. Durch die regelmäßige Präsenz, das „Da-Sein“, der/des Mitarbeiters*in erfahren die Bewohner*innen Sicherheit und praktische Unterstützung bei der Haushaltsgestaltung.
Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Unterstützung beim gemeinschaftlichen Kochen, die Unterstützung bei jahreszeitlichen Aktivitäten und Ausgestaltung der Wohnung, die Unterstützung bei der Blumenpflege auf dem Balkon oder der Terrasse und die Wäschepflege gemeinschaftlich genutzter Wäsche.
Die persönliche hauswirtschaftliche Unterstützung wird individuell vereinbart und bezieht sich z. B. auf die anteilige Reinigung der Gemeinschaftsräume, die Reinigung und Gestaltung der individuellen Zimmer, Hilfe und Unterstützung bei der Wäschepflege, individuelle Einkäufe und Besorgungen.

Pflegerische Betreuung

Auch bei längerer und schwerer Pflegebedürftigkeit soll ein Verbleiben in der Wohngruppe ermöglicht werden. Die Bewohner*innen werden bei der Organisation der Pflege durch die Sozialpädagog*innen unterstützt.

Das Maß der Hilfen richtet sich nach der Erforderlichkeit und den Bedürfnissen der/des einzelnen Bewohners*in.

Formen des Zusammenlebens

Das Zusammenleben in einer Wohngruppe ist von der Idee gegenseitiger Hilfe und der Aktivierung noch vorhandener Ressourcen geprägt. Dies setzt gegenseitiges Vertrauen voraus, welches sich über die Erfahrung des gemeinsamen Wohnens entwickeln kann.

Dies kann jedoch nur mit begleitender Hilfe von geeignetem Personal gelingen. Es darf nicht übersehen werden, dass ein Umzug in eine Wohngruppe und die die Chancen des gemeinsamen Wohnens für einen Menschen zunächst auch verunsichernd wirken können. Hier ist es wichtig, Orientierungshilfen zu geben und bestimmte Regeln des Zusammenlebens gemeinsam festzulegen.

Die Wohnung

Zielsetzung des Konzeptes ist es, die Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit der älteren Menschen weitestgehend zu erhalten. Die räumliche Gestaltung der Wohnungen für Wohngruppen schafft hierfür die entsprechenden Voraussetzungen.

Die Wohnungen sind in freundlichen und hellen Farben gehalten und ermöglichen neben den Aktionen in Gemeinschaft auch jederzeit den Rückzug in den eigenen Wohnbereich. Die Individualität der einzelnen Bewohner*innen wird durch die Einbeziehung eigener Möbel und Einrichtungsgegenstände auch im Wohnbereich gefördert.

Weitere Stichpunkte zur Wohnungsausstattung und Lage der Wohnungen entnehmen Sie bitte den Hinweisen zu den einzelnen Wohngruppen.

Qualitätssicherung

Zur Sicherung einer dauerhaften, nachvollziehbaren und transparenten Betreuungsleistung sind Maßnahmen zur Qualitätssicherung mit der Stadt Braunschweig vereinbart.