NachbarschaftshelferInnen besuchten Kinofilm „Vergiss mein nicht“

Vergiss mein nicht

Dokumentarfilm, Deutschland 2011
Regie: David Sieveking
Prädikat: besonders wertvoll
Gewann den Kritikerpreis beim renommierten Festival del Film Locarno 2012

„David Seveking entdeckt durch die Alzheimer-Demenz seiner Mutter Gretel den Schlüssel zu ihrer Vergangenheit, zur Geschichte ihrer Ehe und zu den Wurzeln der gemeinsamen Familie. Liebevoll und mit zärtlicher Distanz dokumentiert er ihren geistigen und körperlichen Abbau und seine Versuche, ihr das Leben zu erleichtern.

Mit viel Sinn für kleine Gesten und für den Zauber des Augenblicks schafft Sieveking ein feinfühlig heiteres Familienportrait: die würdevolle, niemals rührselige Reise durch ein Menschenleben, an dessen Ende ein Anfang steht, in dem die Familie neu zueinander findet.“

Gemeinsam haben die HelferInnen der Nachbarschaftshilfe den Dokumentarfilm „Vergiss mein nicht“ am 22. März 2013 im Roten Saal im Schloss angeschaut. Es war ein sehr bewegendes Erlebnis für alle, denn  der Film zeigte genau wie schwer die umfangreiche  Betreuung eines an Demenz erkrankten Menschen ist. Jede Helferin hat Situationen wie im Film schon selbst in der Betreuung erlebt und weiß wie viel Geduld und Ruhe für einen angemessenen Umgang erforderlich ist. Genauso wurden aber auch die schönen und heiteren Momente gezeigt, die einem immer wieder neue Energie geben und Freude bereiten.

Mehr zum Film

David zieht wieder zu Hause ein und übernimmt für einige Wochen die Pflege seiner demenzerkrankten Mutter Gretel, um seinen Vater Malte zu entlasten, der sich seit seiner Pension vor fünf Jahren um seine Frau kümmert. Während Malte in der Schweiz für ein paar Wochen neue Kraft tankt, versucht sich David als Pfleger seiner Mutter. Mit dem Einverständnis der Familie dokumentiert er seine Zeit mit Gretel: David ist plötzlich Sohn, Betreuer und Dokumentarfilmer in einer Person. Seine Gegenwart und die Anwesenheit des Filmteams wirken erfrischend auf die Mutter, die endlich wieder Eigeninitiative entwickelt und neue Lebensfreude zeigt. Trotz ihrer zeitlich wie örtlichen Orientierungslosigkeit bleibt Gretel heiter und gelassen: Sie hält sich für eine junge Frau und David für ihren Mann Malte.

David gelingt es, mit seiner verwirrten Mutter wunderbar lichte Momente zu erleben. Sie verliert ihr Gedächtnis, ihren Sinn fürs Sprechen, aber sie gewinnt etwas anderes: eine entwaffnende Ehrlichkeit und Unschuld, gepaart mit überraschendem Wortwitz und weiser Poesie.

Als David zusammen mit Gretel in die Schweiz fährt, um Malte aus seinen Ferien abzuholen, gewinnen seine Recherchen an Brisanz. Hier lebten seine Eltern in den 70er Jahren.

David begegnet alten Genossen und Weggefährten, erfährt pikante Geschichten aus dem Liebesleben seiner Eltern, von den Krisen ihrer „offenen Ehe“. Nun, am Ende ihrer mehr als 40-jährigen Beziehung, kommen sich Gretel und Malte so nah wie noch nie. Zum Hochzeitstag fährt das Paar nach Hamburg, wo ihre Liebe einst begann. Es wird ihre letzte gemeinsame Reise.

Aus Gretels Krankheit entsteht ein Neuanfang, und aus Davids biografischem Filmprojekt wird eine Liebeserklärung an das Leben und die Familie – eine Reise in die Vergangenheit seiner Eltern, dem Schlüssel seiner eigenen Geschich

Quelle: Farbfilm Verleih GmbH

Website: vergissmeinnicht-film.de